Keine E-Mail. Keine Push-Nachricht. Nichts. Der Aktionszins bei der ING ist einfach ausgelaufen, und beinahe hätte ich es gar nicht bemerkt. Das Geld liegt schließlich weiterhin auf demselben Konto, es ist ja nichts kaputtgegangen. Nur der Zinssatz ist irgendwann leise von „ziemlich interessant“ auf „na ja“ gefallen – genauer gesagt auf mickrige 0,75 Prozent variabel, den ganz normalen Bestandskundenzins. Genau das ist das Perfide daran: Der attraktive Zins hat ein Ablaufdatum, mein Geld nicht.

Also mal wieder Vergleichsportal öffnen. Und tatsächlich, die ING wirbt gerade mit 3,75 Prozent. Kurz freue ich mich – bis ich das Kleingedruckte lese. Die 3,75 Prozent gibt es nur auf „neues Geld“, und zwar auf Geld, das frisch von einer anderen Bank auf das Extra-Konto überwiesen wird. Mein Geld liegt aber schon bei der ING. Für mich also: nichts. Ich rufe trotzdem an, nur um sicherzugehen. Die Mitarbeiterin ist super freundlich und erklärt mir geduldig, dass ich schlicht nicht zur Zielgruppe der Aktion gehöre. An ihr liegt es nicht. Am Geschäftsmodell schon: Wer treu bleibt, bekommt 0,75 Prozent. Wer sein Geld hin und her schiebt, bekommt das Vier- oder gar Fünffache.
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