Als ich gelernt habe, Kommunikation zu verstehen, war die Welt noch relativ einfach: Es gab einen Sender, eine Botschaft und einen Empfänger. Dieses klassische Modell beruhte auf einer stillschweigenden Annahme: Hinter jeder Botschaft steht ein Mensch. Doch generative KI stellt diese Grundannahme seit einiger Zeit ernsthaft infrage. Wenn ein Text von einer Maschine erzeugt wird, verschwimmt die klassische Vorstellung von Autorschaft. Die Frage ist deshalb nicht nur technisch oder juristisch. Sie ist zutiefst philosophisch: Kann es Kommunikation ohne Autor geben – oder nur neue Formen von Autorschaft?
Die Frage nach der Urheberschaft von KI-Texten wirkt zunächst wie ein Spezialproblem des Urheberrechts. Tatsächlich berührt sie jedoch einen Kern der Kommunikationswissenschaft und weiterer Disziplinen auch: die Frage, wer überhaupt als Absender von Kommunikation gelten kann.

