Philosophie

  • Der Wal und wir – über Mitgefühl, Medien und die Frage nach den richtigen Prioritäten

    Seit Tagen beherrscht ein Wal in der Ostsee die Schlagzeilen. Ein Fall, der Medienkritik geradezu provoziert. Nachrichtensendungen berichten in Sonderschalten, Zeitungen veröffentlichen Live-Ticker, Experten werden interviewt, Drohnenbilder analysiert. Ein gestrandeter Meeressäuger in der Ostsee – ein Ereignis, das zweifellos ungewöhnlich ist. Aber ist es auch ein Ereignis, das diese enorme mediale Aufmerksamkeit rechtfertigt? Diese Frage ist weniger eine Frage über einen Wal. Es ist eine Frage über uns.

    Denn während Kamerateams am Strand stehen, sterben anderswo Menschen in Kriegen, geraten Demokratien unter Druck, kämpfen Familien mit steigenden Lebenshaltungskosten oder mit ganz persönlichen Krisen.

    Kreidezeichnung eines nachdenklichen Mannes, der am Strand der Ostsee Zeitung liest, während im Hintergrund ein Wal im Wasser liegt, Schaulustige zusehen und ein Schlauchboot kreist – symbolische Darstellung von Medienkritik

    Natürlich kann man argumentieren: Die Welt besteht nicht nur aus Katastrophen. Menschen brauchen auch Geschichten, die berühren. Geschichten, die Mitgefühl auslösen. Geschichten, die uns daran erinnern, dass wir noch fühlen können.

    Aber vielleicht liegt genau hier das Problem.

    (mehr …)
  • KI braucht Regeln. Aber welche eigentlich? Ein Denkanstoß aus der brand eins

    Wer aktuell in Unternehmen mit KI arbeitet, kennt die Diskussionen: Brauchen wir KI-Guidelines? Was darf erlaubt sein? Was nicht? Wie gehen wir mit Risiken um? Wer trägt Verantwortung?

    Was auf den ersten Blick wie eine klassische Change-Management-Frage aussieht, entpuppt sich in der Praxis schnell als deutlich komplexer. Denn Veränderungen und Kommunikation derselben haben es in Organisationen bekanntlich selten leicht. Neue Prozesse, neue Werkzeuge, neue Regeln – all das bedeutet Unsicherheit.

    (mehr …)