10.000 protestieren für höheres Apotheken-Honorar auf dem Burgplatz in Düsseldorf

Was für ein Apothekenprotest in Düsseldorf: Dass den Apotheken wirtschaftlich das Wasser bis zum Hals steht, hat Moderator Sebastian Berges auf der Bühne mehrfach gesagt. Dass sich aber tatsächlich rund 10.000 Menschen aus Apothekenteams auf dem Düsseldorfer Burgplatz versammelt haben, war sicher selbst für den Vize-Vorsitzenden des Apothekerverbandes Nordrhein ein beeindruckendes Bild. Besser als erwartet.

Apothekenprotest Düsseldorf: Mehr als 10.000 Menschen protestierten friedlich für besseres Honorar. Bleistiftzeichnung von der Situation, mit dem Düsseldorfer Fernsehturm im Hintergrund

Weiße Kittel, Trillerpfeifen und klare Botschaften auf Plakaten: Das war kein symbolischer Protest. Das war eine sehr konkrete Botschaft nach Berlin.

Für mich hatte dieser Tag neben der politischen auch eine praktische Dimension: Jede Apotheke, die sich heute mit einer zeitweisen Schließung beteiligt hat, hat ihren Patientinnen und Patienten gezeigt, was fehlt, wenn die Apotheke vor Ort nicht da ist. Versorgung wird oft erst dann sichtbar, wenn sie kurzfristig nicht selbstverständlich ist.

Vielleicht denkt nun mancher neu darüber nach, wo Medikamente gekauft werden. Ob der Versandhandel wirklich immer die beste Lösung ist. Oder ob die persönliche Beratung und schnelle Versorgung vor Ort nicht doch einen Wert haben, den man erst bemerkt, wenn er fehlt.

Gemeinsam haben wir heute deutlich gemacht: Die Apotheken brauchen eine wirtschaftliche Perspektive. Nicht irgendwann. Jetzt.

Viele Apotheken in Nordrhein-Westfalen beteiligten sich am Protesttag. Gleichzeitig wurde die Versorgung über die Notdienste sichergestellt. Organisiert von den Kammern in Nordrhein und Westfalen-Lippe. Protestfähigkeit und Versorgungssicherheit sind eben kein Widerspruch.

Klare politische Signale – jetzt zählt Umsetzung

Mit Marco Schmitz (CDU) und Torsten Klute (SPD) waren auch Gesundheitspolitiker aus NRW auf der Bühne. Beide bekräftigten, dass die Erhöhung des Apothekenfixums kommen soll. Einen Zeitpunkt konnten sie naturgemäß nicht nennen – zuständig ist der Bund.

Mein Eindruck: Die Problemlage ist verstanden. In Düsseldorf wie in Berlin. Sonst wäre das Thema nicht im Koalitionsvertrag gelandet.

Was jetzt noch fehlt, ist kein weiteres Problembewusstsein. Was jetzt fehlt, ist die Entscheidung.

Geschlossenheit macht Eindruck

Ich habe bereits mehrere Protestveranstaltungen begleitet. Was heute besonders auffiel, war die Geschlossenheit. Die Stimmung war engagiert, konzentriert und professionell. Klar in der Sache, angemessen im Ton.

Der Protest war hörbarer als bei früheren Aktionen. Vor allem aber war er geschlossener. Genau das verleiht ihm politisches Gewicht.

Apothekenprotest Düsseldorf: Die Spitzen von Kammern und Verbänden aus dem Westen Deutschlands kamen an den Rhein. Bleistiftzeichnung

Mein Tag zwischen Presseanfragen und Interviews

Mein persönlicher Tag war geprägt von vielen Gesprächen. Als Pressesprecher der Apothekerkammer Nordrhein habe ich Interviews koordiniert, Hintergründe erläutert und Fragen von Journalistinnen und Journalisten sowie Teams von Hörfunk und Fernsehen beantwortet.

Dabei zeigt sich immer wieder: Das Interesse an der Zukunft der Apotheken ist groß. Aber unsere Situation erklärt sich nicht von selbst. Sie muss eingeordnet und verständlich vermittelt werden.

Was oft im Hintergrund bleibt

Was man auf Fotos solcher Protesttage nicht sieht: die organisatorische Arbeit dahinter. Unser Team der Geschäftsstelle hat heute mit großem Engagement unterstützt – von der Vorbereitung der Materialien über die Betreuung vor Ort bis zum Abbau.

Dafür möchte ich ausdrücklich Danke sagen. Dieses Engagement ist nicht selbstverständlich und zeigt den starken Zusammenhalt auch hinter den Kulissen.

Apothekenprotest Düsseldorf: Mein Fazit

Der heutige Protest war ein starkes und geschlossenes Signal der Apothekerschaft. Die Erwartungen an die Bundespolitik sind klar formuliert.

Jetzt kommt es darauf an, dass politischen Zusagen auch politische Entscheidungen folgen.

Oder ganz einfach gesagt: Die Apotheken haben heute geliefert. Jetzt ist die Politik am Zug.

Hinweis in eigener Sache: Als Leiter der Stabsstelle für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Apothekerkammer Nordrhein habe ich einen beruflichen Bezug zum Thema dieses Beitrags.

Apotheken sind für viele selbstverständlich – bis sie fehlen. Wie wichtig ist Ihnen Ihre Apotheke vor Ort? Schreiben Sie es gern in die Kommentare.

Wenn Sie ein Zeichen setzen möchten: Sprechen Sie darüber, teilen Sie Ihre Erfahrungen oder schreiben Sie Ihrem Bundestagsabgeordneten. Erklären Sie, warum Ihnen die persönliche Versorgung wichtig ist. Denn Versorgung vor Ort bleibt nur erhalten, wenn sie auch politisch gewollt ist.


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